Top Programm – Hozunternehmertum

Am Mittwoch 05.11.2014 fand bei der neuen Holzbau AG in Lungern der S-WiN Anlass statt. Neben Fortbildungskursen stehen innerhalb des Top Programm Holz Betriebsbesichtigungen samt Vorträgen auf dem Programm. Rund 50 Teilnehmer fanden am ersten Wintertag trotz dichtem Schneegestöber den Weg ins hintere Sarneraatal. Die neue Holzbau AG in Lungern mit seiner 50-köfigen Belegschaft ist spezialisiert auf Tragkonstruktionen für Architekturobjekte.
Wenn Unternehmen langfristig erfolgreich sein wollen, müssen sie sich laufend neuen Rahmen-bedingungen anpassen. Auf die Veränderung der Rahmenbedingungen kann nicht aktiv Einfluss genommen werden. Vielmehr sind diese Veränderungen am Markt rasch zu erfassen und für das Unternehmen folgerichtige Aktivitäten abzuleiten. Der diesjährige Veranstaltungszyklus ist dem Thema «Unternehmertum» gewidmet

1. Station: Beeindruckende Kompetenz
Als Amuse-Bouche konnten die Teilnehmer auf einem Betriebsrundgang die Produktion, der auf ingeniöse Tragwerke spezialisierte Firma, unter die Lupe nehmen.

2. Station: Weichen für die Zukunft gestellt
Nächste Station war eine Betriebsvorstellung von Geschäftsführer Bruno Abplanalp. Hier erfuhr man, dass die auf dem gleichen Gelände angesiedelte Firma NH Akustik + Design AG vom selben Unternehmer, Arthur Fries, gegründet wurde. Beide Firmen mit insgesamt rund 170 Angestellten wurden rückwirkend auf anfangs 2010 in Form eines Management-Buyouts an verschiedene Geschäftsleitungsmitglieder übergeben. Bruno Abplanalp fasste den USP seiner Firma in zwei Worten zusammen „möglichst kompliziert“. Dies sagt einiges über die Firma aus, denn man unterhält in Lungern ein eigenes Forschungslabor, das immer wieder Innovationen hervorbringt. Gerade im Verbund mit Gewindestangen ist man mit der eigenen Produktpalette der GSA®-Technologie einer der führenden Anbieter. Hier handelt es sich um ein Hochleistungsverbindungsmittel im modernen Ingenieurholzbau.

3. Station: Wenn Fichte nicht mehr reicht
Bruno Abplanalp eröffnete die Vortragsrunde mit seinem Lieblingsthema – so vermuteten einige Teilnehmer – dem Einsatz von Laubholz in modernen Tragwerken. Einige Zahlen und Daten machten klar, dass der Laubholzanteil in unseren Wäldern in den letzten Jahren stark gestiegen ist, beim Buchenbestand um rund 10 Prozent, der Eichenanteil legte sogar um 16 Prozent zu. Gründe sehen die Forscher vor allem bei den gestiegenen Temperaturen, die auf den Klimawandel zurückzuführen seien. Zusammen mit den statischen Vorteilen, die Laubholz im Vergleich zu Fichte zu leisten vermag, dränge sich eine Nutzung im Baubereich geradezu auf. Träger mit Laubholzanteil können im Vergleich zu reinen Fichtenträgern erheblich kleiner dimensioniert werden.

4. Station: Technologie der Zukunft
Thomas Strahm, Leiter Engineering bei der neuen Holzbau AG, gab einen Einblick in die selbst entwickelte GSA®-Technologie. Die GSA®-Technologie besteht aus patentierten, universal steckbaren Verbindungselementen aus hochfestem Stahl. Bei diesem System werden Stahlanker mit metrischem Gewinde mit einem speziellen Epoxidharz (GSA-Harz und GSA-Härter) in Brettschichholz oder Leimholz aus Nadel- oder Laubholz eingeklebt. Die Bauelemente werden, wenn immer möglich, montagefertig auf die Baustelle geliefert.

5. Station: Technologie der Zukunft
Prof. Dr. Andrea Frangi, Inst. f. Baustatik u. Konstruktion ETH Zürich referierte über den Neubau bei der House of Natural Resources. Bei diesem Neubau wurden neue Wege und Verbindungsmöglichkeiten für den mehrgeschossigen Wohnungsbau erforscht und dann 1:1 umgesetzt. Mit eindrücklichen Ideen, Zahlen, Kombinationen aus Nadel- und Laubholz und Bilder aus dem Labor und der Baustellen konnte Andreas Frangi das Publikum in Staunen versetzen.

6. Station: Apéro
Bei einem gemütlichen Network-Apéro im grössten Felsengrotto der Schweiz Cantina Caverna wurde der Anlass abgerundet.

Weitere Informationen:
bruno.abplanalp@neueholzbau.ch
thomas.strahm@neueholzbau.ch

Bericht erschienen in CH.HOLZBAU Ausgabe 1/2015 Laubholz auf dem Durchbruch